Luftaufnahme der Küste an der Gardenroute mit Golfplatz

Golfen im Winter: Warum Südafrika die beste Antwort auf den deutschen Januar ist

Es gibt diesen Moment im Januar. Man steht am Fenster, sieht auf den nassgrauen Garten, und irgendwo unter dem Nebel liegt ein Golfplatz, der seit Wochen gesperrt ist. Die Schläger stehen im Keller. Und der nächste Abschlag ist Monate entfernt.

Für Golfer ist der deutsche Winter kein Wetter, sondern eine Zwangspause. Fünf Monate, in denen das Handicap einrostet und die Sehnsucht wächst.

Es gibt eine Antwort darauf, und sie liegt elf Flugstunden entfernt.

Wintergolf gibt es nicht – Sommergolf schon

Der Trick beim Golfurlaub im Winter ist einfach: Man fliegt nicht in einen wärmeren Winter, sondern in den Sommer. Wenn bei uns die Grüns unter Raureif verschwinden, herrscht in Südafrika Hochsommer. November bis März sind dort die besten Golfmonate des Jahres.

Das bedeutet: Kurze Hosen im Januar. Abschlag um acht Uhr morgens, wenn die Luft noch kühl ist. Und abends um halb neun immer noch Tageslicht.

Vier Gründe, warum Südafrika im Winter unschlagbar ist

Kein Jetlag. Südafrika liegt fast auf demselben Längengrad wie Mitteleuropa. Der Zeitunterschied beträgt eine Stunde. Man fliegt abends los, schläft, und sitzt am nächsten Morgen ausgeruht beim Frühstück. Kein Tag geht verloren – anders als bei Golfreisen nach Asien oder in die Karibik.

Weltklasse-Plätze. Südafrika hat rund 500 Golfplätze, viele davon von Namen wie Gary Player oder Peter Matkovich entworfen. Plätze, für die man in Europa lange auf eine Startzeit wartet, spielt man hier in aller Ruhe.

Mehr als Golf. Zwischen zwei Runden liegen Weingüter, Wale vor der Küste und Elefanten im Busch. Kaum ein Golfziel bietet so viel Programm für die Nicht-Golf-Stunden – und für mitreisende Partner.

Die Landschaft. Fairways über dem Indischen Ozean. Grüns vor Bergkulissen. Ein Pfau, der gemächlich über das Grün stolziert, während man puttet. Und wenn man vom Abschlag aufs Meer schaut: Delfine, die aus dem Wasser springen. Manchmal ein Wal. Das ist keine Marketingsprache, das ist ein normaler Dienstag an der Gardenroute.

Wo genau spielt man?

Die Gardenroute ist das Herzstück. Auf gut 300 Kilometern zwischen Kapstadt und Plettenberg Bay liegen einige der schönsten Plätze des Landes: Pinnacle Point, dessen Bahnen an der Klippenkante entlangführen. Simola über der Lagune von Knysna. Fancourt mit seinen drei Meisterschaftsplätzen. Arabella am Botrivier.

Dazwischen: Stellenbosch und die Weinberge. Hermanus, wo man von Land aus Wale beobachten kann. Und Game Reserves, in denen man morgens auf Pirschfahrt geht und mittags abschlägt.

Wer die Big Five erleben will, fährt weiter nach Norden – zum Krügerpark und nach Sun City. Auch das ist Golf, nur mit anderem Publikum am Fairwayrand.

Was viele unterschätzen: die Organisation

Eine Golfreise nach Südafrika hat viele bewegliche Teile. Startzeiten müssen reserviert werden, oft Monate im Voraus. Zwischen Platz und Hotel liegen Fahrstrecken. Mietwagen bedeuten Linksverkehr auf unbekannten Straßen, nach einem langen Flug, mit Golfbags im Kofferraum.

Genau deshalb reisen viele lieber in der Gruppe. Alles ist organisiert: Startzeiten, Greenfees, Transfers, Tischreservierungen, Ausflüge. Man steigt in den Bus und lässt sich fahren.

Und man ist nicht allein. Auf jeder unserer Reisen sind Alleinreisende dabei, meist zwei bis sechs. In einer Gruppe von sechs bis sechzehn GolferInnen findet man schnell Anschluss – beim Abschlag, beim Abendessen, beim Sundowner.

Wann buchen?

Das ist der unromantische Teil: früh. Die besten Termine zwischen Weihnachten und Februar sind oft ein Jahr im Voraus vergeben, weil die Gruppen klein bleiben sollen. Wer im Januar 2027 spielen will, entscheidet sich im Frühjahr 2026.

Ein Nebeneffekt: Die Vorfreude dauert dann fast ein Jahr. Und im nächsten grauen November weiß man, dass es diesmal ein Ende hat.

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